Online-Skript Teilchen und Kerne
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Kernreaktoren

Prinzip:

Für eine Kettenreaktion muß mindestens ein Neutron wieder zu einer Spaltung führen.

Spaltmaterial.

Beim -Einfang konkurrieren zwei Prozesse: Entweder der Kern spaltet und es werden Spaltneutronen freigesetzt, oder es kommt zu einer (unerwünschten) (, )-Reaktion. Hierbei wird ein Photon emittiert, welches die Umgebung aufheizt. Es werden jedoch keine neuen Spaltungen induziert. Bei U liegt bei thermischen Neutronen in der gleichen Größenordnung wie . Beide Querschnitte sind relativ groß. U hat dagegen nur für einen hohen Spaltungsquerschnitt, der Einfangquerschnitt ist jedoch auch für groß. U ist also als Spaltmaterial wesentlich besser geeignet als 13.2 und 13.3).

Das Spaltmaterial liegt nie rein vor, sondern als Uranmatrix in einem Oxid oder Silizid (FRM II). Der U-Anteil am Uran kann auch unterschiedlich sein:

  U-Anteil  
natürliches Uran  
für Leichtwasserreaktoren (LEU)
für FRM I, FRM II, ILL (HEU)

Spaltprodukte.

Bei U kommt es zu einer asymmetrischen Spaltung. Die Spaltfragmente sind außerdem instabil, da die Neutronenzahl für die vorliegende Massenzahl zu hoch ist. Sie zerfallen über -Zerfall oder Neutronenemission.

Die Energieverteilung der Neutronen hat bei etwa ein Maximum. Eine mögliche Reaktion ist:

Aus anderen Spaltprodukten können auch wieder Neutronen entstehen:

       
         

Bei U sind etwa 1.6% der Spaltneutronen verzögerte Neutronen.

Energiebilanz:

kinetische Energie der Spaltprodukte  
kinetische Energie der prompten  
Energie der prompten  
-Strahlung der Spaltprodukte (verzögert)
-Strahlung der Spaltprodukte (verzögert)
(entkommt)
   

Für Energie werden U-Atome gespalten. Ein Reaktor mit einer thermischen Leistung von spaltet täglich U.


Moderation.

Der Wirkungsquerschnitt ist für , also für thermische Neutronen, am größten. Vor einer erneuten Spaltung müssen folglich die Spaltneutronen durch Stöße in einem Material mit kleinem Einfangquerschnitt moderiert werden (Abb. 13.4). Im Prinzip wäre H der beste Moderator, da wegen der größte Impulsübertrag möglich ist. H hat jedoch einen höheren Einfangquerschnitt als Deuterium, weshalb man in der Praxis D oder DO (schweres Wasser) verwendet. Um von auf zu kommen, benötigt man 18 Stöße mit H oder 25 Stöße mit D.


Vier-Faktor-Formel.

Diese gibt die Wahrscheinlichkeit dafür an, daß ein Spaltneutron selbst wieder eine Spaltung induziert. Im Einzelnen sind: Der Vermehrungsfaktor ist dann (für einen unendlich-großen Moderator, d. h. ohne Wandeffekte):

(13.1)

Stetiger und stabiler Reaktorbetrieb.

Die Reaktivität ist definiert durch:

   ( ohne verzögerte )

Der relative Anteil der verzögerten Neutronen an den insgesamt produzierten Neutronen sei . Dann gibt es folgende Möglichkeiten des Reaktorbetriebs: Die Anzahl prompter Neutronen ändert sich oft sehr schnell, wodurch die Regelung mit den vergleichsweise langsamen Steuerstäben schwierig wird. Man versucht deshalb, die Anzahl der prompten Neutronen so zu halten, daß die verzögerten Neutronen mit großer Zeitkonstante zur Regelung herangezogen werden können: Der Fall läßt sich im zeitlichen Mittel aufrechterhalten, wenn . Dann ist , d. h. nur bestimmt die Kritikalität und die Regelung wird wesentlich einfacher.


Nachwärme.

Das Abschalten des Reaktors bewirkt nicht den sofortigen Stop der Energieproduktion, da durch den Zerfall der langlebigen Spaltprodukte noch Wärme entsteht. Es ist also notwendig, den Reaktor nach dem Abschalten nachzukühlen. Ein Reaktor beispielsweise, der lange (z. B. 1) in Betrieb war, produziert einen Tag nach der Abschaltung noch 0.5% der vorherigen Leistung.


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